Malariaprophylaxe

Durch ein Gespräch mit Ihrem Arzt sollte zunächst geklärt werden, welche Malariarisiken in den betroffenen Zielgebieten Ihres geplanten Aufenthaltes einschätzbar sind. Im Rahmen einer individuellen Risikoabwägung sollten Lebensalter, Reisezeit und genaues Reiseziel genannt werden.

Malariaprophylaxe

Durch ein Gespräch mit Ihrem Arzt sollte zunächst geklärt werden, welche Malariarisiken in den betroffenen Zielgebieten Ihres geplanten Aufenthaltes einschätzbar sind. Im Rahmen einer individuellen Risikoabwägung sollten Lebensalter, Reisezeit und genaues Reiseziel genannt werden.

Die häufigste Infektionserkrankung der Welt – Malaria

Die Tropenkrankheit Malaria wird auch als Wechselfieber, Sumpffieber oder Tropenfieber bezeichnet. Es gibt etwa 480 verschiedene Arten von Anopheles-Mücken, von denen circa 40 Malaria übertragen können. Stiche der Weibchen der Anopheles-Mücke übertragen den Malariaerreger. Dabei handelt es sich um Sporozoiten (aus Plasmodien entwickelte infektiöse Einzeller). Über Entwicklungsprozesse im Lebergewebe dringen die Erreger in die Blutbahn ein. Die vermehrten, veränderten Erreger befallen in der Folge die roten Blutkörperchen und setzen Toxine frei. Dadurch entstehen Fieberschübe. In seltenen Fällen kommen Übertragungen durch Blutkontakt von Mensch zu Mensch vor. Die ständigen Veränderungen der Plasmodien erschweren die Bildung von Antikörpern durch das Immunsystem.

Je nach Erreger wird zwischen drei verschiedenen Malaria-Arten unterschieden:

Malaria quartana:

Diese Malariaerkrankung gilt als die mildeste Version. Sie verursacht alle 72 Stunden Fieberschübe. Als Erreger gilt Plasmodium malariae.

Malaria tertiana:

Bei dieser nur in seltenen Fällen tödlich endenden Malaria-Form treten die Fieberschübe alle 48 Stunden auf. Als Erreger kommen Plasmodium vivax und Plasmodium ovale infrage.

Malaria tropica:

Die gefährlichste Malariaerkrankung ist die Malaria tropica. Typisches Symptom ist ein unregelmäßiges Auftreten von Fieberschüben. Unbehandelt verläuft diese Malaria-Art in circa 30 Prozent der Fälle tödlich. Die Übertragung der Infektion erfolgt durch den Erreger Plasmodium falciparum.

Malaria kann über den Stich der Anopheles-Stechmücke übertragen werden.

Inkubationszeit und Diagnose

Abhängig vom Erreger beträgt die Inkubationszeit mindestens 6 Tage bis zu einigen Wochen. Es kann sogar bis zum Auftreten erster Symptome Monate dauern. Eine Diagnose erfolgt durch Blutuntersuchungen. Zur Feststellung der Schwere einer Malariaerkrankung sind körperliche Untersuchungen erforderlich. Dadurch können Körpertemperatur, Herzfrequenz und Blutdruck sowie die Atemfrequenz bestimmt werden. Als Ergänzung ist ein Elektrokardiogramm (EKG) aussagekräftig.

Symptome und mögliche Folgen einer Malariaerkrankung

Zu den allgemeinen und speziellen Krankheitssymptomen zählen:

  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Durchfall
  • Plötzliches hohes Fieber
  • Rhythmisches Wechselfieber
  • Schüttelfrost
  • Schweißausbrüche
  • Bewusstseinsstörungen
  • Krämpfe
  • Übelkeit und Erbrechen


Aufgrund der zahlreichen allgemeinen Hinweise auf eine Erkrankung, bleibt eine Malariaerkrankung häufig sehr lange unentdeckt. Bei einer unbehandelten Malaria tropica führt die Zerstörung roter Blutkörperchen zu einer lebensbedrohlichen Blutarmut. Kleine Blutgefäße werden zunehmend durch Parasiten und zerstörte Blutkörperchen verstopft und funktionsunfähig. Die Beeinträchtigung des Kreislaufsystems kann ein Multiorganversagen und einen Schock verursachen. Ohne rechtzeitige intensivmedizinische Behandlung kann dies zum Tod führen. Weniger gefährlich und milder verlaufen die beiden anderen Malaria-Arten. Allerdings können noch nach Jahren Rückfälle auftreten.

Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen

Eine Therapie ist in erster Linie von der Malaria-Form abhängig. Die festgestellten Erreger werden mit antiparasitären Mitteln behandelt. Daneben erfolgt eine gezielte Behandlung der auftretenden Beschwerden und Komplikationen. Bei einer frühzeitigen Diagnose und richtigen Behandlung ist eine Heilung aller Malaria-Arten möglich.

Möglichkeiten zur Vorbeugung

Von Ägypten bis zur Zentralafrikanische Republik umfasst das Malariavorkommen weltweit über 100 Länder. Wo ein geringes oder besonders hohes Risiko besteht, wird ständig aktualisiert. Daher sollten Sie sich einige Zeit vor Ihrer geplanten Reise in Malariagebiete speziell fachkundig beraten lassen. Dadurch tragen Sie insbesondere möglichen Erfordernissen über eine rechtzeitige Einnahme angemessener Medikamente Rechnung.

Medikamentöse Malariaprophylaxe

Durch ein Gespräch mit Ihrem Arzt sollte zunächst geklärt werden, welche Malariarisiken in den betroffenen Zielgebieten Ihres geplanten Aufenthaltes einschätzbar sind. Im Rahmen einer individuellen Risikoabwägung sollten Lebensalter, Reisezeit und genaues Reiseziel sowie der gesundheitliche Zustand berücksichtigt werden. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse bieten sich angemessene Medikamente zur Malariaprophylaxe an. Dazu kommen gemäß dem Institut für Tropenmedizin insbesondere folgende rezeptpflichtigen Medikamente zur Chemoprophylaxe infrage:

Proguanil

Das Medikament wird in Kombination mit Chloroquin verwendet. Die Einnahme ist für Schwangere und Kleinkinder unbedenklich. Zu den selten auftretenden Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Durchfall, Schwindel und Hautreaktionen. Personen, die an einer chronischen Nierenerkrankung leiden, sollten vor einer Einnahme einen Arzt befragen. Gemäß Dosierungsanleitung sollten zwei Tage vor bis 4 Wochen nach dem Aufenthalt täglich 200 Milligramm (2 Tabletten) in Kombination mit Chloroquin eingenommen werden. Für Last-Minute-Reisen wird die Einnahme von 2 Tabletten täglich ab der Ankunft im Risikogebiet empfohlen.  

Mefloquin

Eine Chemoprophylaxe mit Mefloquin sollte eine Woche vor bis 4 Wochen nach dem Aufenthalt in einem Risikogebiet erfolgen. Bei Last-Minute-Reisen kann die Wochendosis an drei aufeinanderfolgenden Tagen vor dem Reisebeginn eingenommen werden. Um bei möglichen Unverträglichkeiten auf ein anderes Medikament ausweichen zu können, sollte bei der erstmaligen Einnahme von Mefloquin der Beginn der Einnahme bereits 3 bis 4 Wochen vor der Abreise erfolgen. Beim Überschreiten der empfohlenen Dosierung können Nebenwirkungen wie psychotische Störungen, Schwindel und Koordinationsstörungen sowie Angstgefühle und Depressionen auftreten. Personen, die an psycho-vegetativen Vorerkrankungen, Krampfleiden oder EKG-Veränderungen leiden, sollten beim Arzt alternative Medikamente erfragen. Wechselwirkungen bestehen bei der gleichzeitigen Einnahme von Antidepressiva und Antidiabetika.

Chloroquin

Bei Erkrankungen der Netzhaut, Schuppenflechte, Muskelerkrankungen oder schweren Leber- und Nierenerkrankungen sollte auf die Einnahme des Wirkstoffs verzichtet werden. In Zweifelsfällen sollte vor vorher ein Arzt befragt werden. Ansonsten sind die möglichen Nebenwirkungen vergleichsweise gering. Gemäß Dosierungsanleitung soll eine wöchentliche Einnahme am jeweils gleichen Wochentag von 300 Milligramm (2 Tabletten) bei Erwachsenen unter einem Körpergewicht von 75 Kilogramm erfolgen. Über einem Körpergewicht von 75 Kilogramm wird die entsprechende Einnahme von 3 Tabletten empfohlen. Die Einnahme soll jeweils von einer Woche vor bis vier Wochen nach der Ankunft im Risikogebiet erfolgen. Für Last-Minute-Reisen wird die Einnahme von 2 Tabletten an zwei aufeinander folgenden Tagen in der Woche vor der Abreise empfohlen. Ab der Ankunft im Risikogebiet sollten gemäß dem Körpergewicht jeweils 2 oder 3 Tabletten pro Woche bis 4 Wochen nach dem Aufenthalt eingenommen werden.

Besprechen Sie vor der geplanten Reise mögliche Nebenwirkungen mit Ihrem Hausarzt. Falls Sie regelmäßig bereits andere Medikamente einnehmen, sollten Sie mögliche Wechselwirkungen erfragen.

Ergänzende Maßnahmen zur Prävention

Da eine Übertragung durch Mückenstiche verhindert werden soll, sind folgende Maßnahmen und Verhaltensweisen zweckmäßig:

  • Moskitonetze im Schlafbereich
  • Hochwirksames Mückenspray
  • Mücken-Schutz-Kleidung
  • Anti-Mücken-Schlafsack
  • Nachts möglich in geschlossenen Räumen aufhalten, geöffnete Türen oder Fenster mit Fliegengitter schützen

Quellenverzeichnis:

https://tropeninstitut.de/malaria/schutz-vor-malaria/medikamentoese-prophylaxe-gegen-malaria
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Malaria.html