14.10.2022

Auswirkungen psycho-sozialer Belastungen auf die Unfallgefahr am Arbeitsplatz

In den letzten fünfzig Jahren hat sich das Bewusstsein gegenüber psychischen Erkrankungen verstärkt. Dies kann man unter anderem auf die ansteigenden Diagnosehäufigkeiten von psycho-sozialen Beanspruchungen hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeitsfälle zurückführen. Die AOK-Krankenkasse hat im Zeitraum von2004 bis 2018 die Arbeitsunfähigkeitsfälle in Deutschland aufgrund von Burnout erhoben und festgestellt, dass sich die Diagnosehäufigkeit in den letzten zehn Jahren fast verdreifacht hat. So werden durchschnittlich 5,7 von tausend Arbeitsunfähigkeitsfällen in Deutschland aufgrund einer Burnout-Diagnose gezählt. Diese Ergebnisse verdeutlichen die Prävalenzentwicklung von psycho-sozialen Belastungen und daraus resultierenden Beanspruchungen in Deutschland. Somit sind psychische Faktoren in der modernen Arbeitswelt zur dominanten Gefährdung geworden. In der Praxis zeigt sich das vor allem durch ermüdungsähnliche Zustände, die beispielsweise auf einer Über- oder Unterforderung zurückzuführen sind. Ist der Mensch über längere Zeit den psycho-sozialen Belastungen nicht gewachsen, kann es zu physiologischen Veränderungen, psychischen und psychosomatischen Erkrankungen führen, die als Gesundheitsgefahren ernst zu nehmen sind. Arbeitnehmer*innen können somit zum Beispiel unter starken Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafproblemen und Kopfschmerzen leiden.

Die daraus resultierenden verlängerten Reaktionszeiten der Person können unter Umständen dazu führen, dass es zu Unfällen am Arbeitsplatz kommt. Neben weiteren negativen betriebswirtschaftlichen Folgen, wie der sinkenden Arbeitsproduktivität, der mangelnden Arbeitsqualität, hohen Fehlzeiten und der steigenden Fluktuation, steht vor allem die Unfallgefahr am Arbeitsplatz im Vordergrund. Auf Basis des Arbeitsschutzgesetzes, kurz ArbSchG, sind die Arbeitgeber*innen verpflichtet, Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu etablieren, damit die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeiter*innen gewährleistet werden kann. Neben der damit einhergehenden Durchführung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen, können Sie vorab die bestehenden Arbeitsbedingungen reflektieren. Wie sind die Handlungsspielräume und Verantwortlichkeiten meiner Mitarbeiter*innengestaltet? Haben wir eine feste Pausenregelung, die eingehalten wird? Nehmen Sie soziale Unstimmigkeiten und Konflikte wahr? Wie sind die Arbeitsbedingungen(Licht, Klima, Lärm) der einzelnen Tätigkeitsbereiche gestaltet?  - Dies sind einige Anstöße, die Sie gerne als Reflektionsgrundlage nutzen können.

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