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Ernährung

Clever trinken: Worauf es bei Wasser wirklich ankommt

Wasser ist lebensnotwendig und beeinflusst nahezu alle Prozesse im menschlichen Körper. Es reguliert die Körpertemperatur, unterstützt den Stoffwechsel, transportiert Nährstoffe und spielt eine wichtige Rolle für Muskeln, Nerven sowie das Herz-Kreislauf-System. Trotzdem trinken viele Menschen zu wenig oder achten beim Kauf von Wasser kaum auf die Inhaltsstoffe. Dabei kann die richtige Wahl des Wassers – je nach Lebenssituation – einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit leisten.

Wie viel Wasser sollte man täglich trinken?

Für gesunde Erwachsene gelten etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag als sinnvoller Richtwert. Dazu zählen neben Wasser auch ungesüßte Tees sowie ein Teil der Flüssigkeit aus Lebensmitteln. Der tatsächliche Bedarf hängt jedoch stark von verschiedenen Faktoren ab. Wer Sport treibt, körperlich arbeitet oder stark schwitzt, benötigt deutlich mehr Flüssigkeit. Auch hohe Temperaturen im Sommer erhöhen den Wasserbedarf erheblich.

Wichtig ist, regelmäßig über den Tag verteilt zu trinken und nicht erst bei starkem Durst. Denn Durst ist bereits ein Warnsignal des Körpers dafür, dass Flüssigkeit fehlt.

Besonders wichtig ist ausreichendes Trinken bei:

  • Sport und körperlicher Belastung
  • hohen Außentemperaturen
  • Saunagängen
  • körperlicher Arbeit
  • älteren Menschen und Kindern

Warum Mineralstoffe im Wasser wichtig sind

Nicht jedes Wasser ist gleich. Entscheidend sind vor allem die enthaltenen Mineralstoffe. Beim Kauf lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf das Etikett. Besonders relevant sind Calcium, Magnesium, Natrium und Hydrogencarbonat.

Calcium: wichtig für Knochen und Muskeln

Calcium unterstützt Knochen, Zähne, Muskeln und das Nervensystem. Ein gutes Mineralwasser sollte idealerweise mindestens 150 Milligramm Calcium pro Liter enthalten. Werte von über 300 Milligramm gelten als besonders calciumreich.

Calcium ist besonders wichtig für:

  • Knochenstabilität
  • Muskelkontraktion
  • Zähne
  • normale Nervenfunktion

Magnesium: wichtig für Muskeln, Nerven und Herz

Magnesium spielt eine zentrale Rolle für die Muskelfunktion, die Nerven sowie den Energiestoffwechsel. Auch für das Herz ist Magnesium wichtig, da es die elektrische Reizleitung unterstützt.

Empfehlenswert sind mindestens 50 Milligramm Magnesium pro Liter. Für Sportler oder Menschen mit erhöhtem Bedarf können auch höhere Werte sinnvoll sein.

Magnesiumreiches Wasser kann sinnvoll sein bei:

  • Sport und intensivem Training
  • Muskelkrämpfen
  • erhöhtem Stress
  • Bluthochdruck
  • Herzrhythmusstörungen

Natrium: abhängig von Situation und Gesundheit

Der Natriumgehalt im Wasser sollte individuell betrachtet werden. Für den Alltag bevorzugen viele Menschen natriumarmes Wasser mit weniger als 20 Milligramm Natrium pro Liter. Das gilt insbesondere für Menschen mit Bluthochdruck oder einer salzbewussten Ernährung.

Wer jedoch stark schwitzt, verliert über den Schweiß auch Natrium und andere Elektrolyte. In solchen Situationen kann ein etwas höherer Natriumgehalt sinnvoll sein.

Natriumreiches Wasser kann hilfreich sein bei:

  • intensivem Sport
  • langen Ausdauerbelastungen
  • Saunagängen
  • starkem Schwitzen im Sommer

Hydrogencarbonat: hilfreich bei Sport und Hitze

Hydrogencarbonat kann helfen, Säuren im Körper zu puffern und wird deshalb besonders von Sportlern geschätzt. Auch bei großer Hitze oder körperlicher Belastung kann ein höherer Gehalt sinnvoll sein.

Als hydrogencarbonatreich gelten häufig Mineralwässer mit:

  • mehr als 1.000 Milligramm pro Liter

Welches Wasser eignet sich für Sportler?

Sportler verlieren über den Schweiß nicht nur Flüssigkeit, sondern auch wichtige Mineralstoffe. Deshalb reicht es nach intensiven Belastungen oft nicht aus, ausschließlich sehr mineralarmes Wasser zu trinken. Gerade nach langen Trainingseinheiten oder an heißen Tagen kann mineralstoffreiches Wasser sinnvoll sein.

Für Sportler besonders sinnvoll:

  • ausreichend Magnesium
  • moderater Natriumgehalt
  • höherer Hydrogencarbonatgehalt
  • regelmäßige Flüssigkeitszufuhr über den Tag

Vor allem Magnesium unterstützt die Muskelfunktion und kann helfen, Muskelkrämpfen vorzubeugen.

Wasser bei Bluthochdruck: Worauf achten?

Menschen mit Bluthochdruck sollten vor allem auf einen möglichst niedrigen Natriumgehalt achten. Empfehlenswert sind meist weniger als 20 Milligramm Natrium pro Liter.

Zusätzlich kann magnesiumreiches Wasser sinnvoll sein, da Magnesium zur Entspannung der Gefäße beitragen kann.

Empfehlenswert bei Bluthochdruck:

  • natriumarmes Wasser
  • magnesiumreiches Wasser
  • regelmäßiges Trinken
  • möglichst wenig stark gesüßte Getränke

Wasser bei Herzrhythmusstörungen

Bei Herzrhythmusstörungen spielt der Elektrolythaushalt eine wichtige Rolle. Besonders Magnesium und Kalium sind wichtig für die elektrische Aktivität des Herzens.

Ein zu niedriger Magnesiumspiegel kann die Reizleitung im Herzen beeinflussen. Deshalb wird häufig magnesiumreiches Wasser empfohlen – idealerweise mit mindestens 50 Milligramm Magnesium pro Liter.

Wichtig ist außerdem:

  • starke Flüssigkeitsverluste vermeiden
  • Elektrolyte ausgleichen
  • übermäßiges Schwitzen beachten
  • nicht ausschließlich sehr mineralarmes Wasser trinken

Leitungswasser oder Mineralwasser: Was ist besser?

Viele Menschen fragen sich, ob Leitungswasser genauso gut ist wie Mineralwasser. In Deutschland gehört Leitungswasser zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln überhaupt. Die Qualität ist in vielen Regionen sehr hoch und erfüllt strenge gesetzliche Vorgaben.

Leitungswasser bietet viele Vorteile:

  • deutlich günstiger
  • umweltfreundlicher
  • weniger Verpackungsmüll
  • kein Schleppen schwerer Kisten

Die Mineralstoffzusammensetzung kann allerdings regional unterschiedlich sein. Manche Regionen verfügen über besonders hartes und mineralstoffreiches Wasser, andere eher über weiches Wasser mit geringeren Mengen an Calcium und Magnesium.

Informationen zur Wasserqualität erhält man direkt beim örtlichen Wasserversorger.

Trinken im Sommer: Darauf sollte man achten

An heißen Tagen verliert der Körper durch Schwitzen deutlich mehr Flüssigkeit und Mineralstoffe. Deshalb steigt nicht nur der Wasserbedarf, sondern auch der Bedarf an Elektrolyten.

Besonders wichtig im Sommer:

  • regelmäßig trinken
  • nicht erst bei Durst reagieren
  • Wasser und ungesüßte Tees bevorzugen
  • verdünnte Saftschorlen nutzen
  • sehr eiskalte Getränke vermeiden

Kühle Getränke werden meist besser vertragen als stark gekühlte Getränke, da sie den Kreislauf weniger belasten.

Symptome von Flüssigkeitsmangel

Zu wenig Flüssigkeit kann sich schnell bemerkbar machen. Häufige Anzeichen sind:

  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Muskelkrämpfe
  • trockener Mund

Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Fazit: Das richtige Wasser kann die Gesundheit unterstützen

Ausreichendes Trinken ist entscheidend für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Dabei kommt es nicht nur auf die Menge, sondern auch auf die Mineralstoffzusammensetzung des Wassers an.

Besonders wichtig sind:

  • Magnesium für Muskeln, Nerven und Herz
  • Calcium für Knochen und Muskeln
  • ein passender Natriumgehalt je nach Situation
  • ausreichend Elektrolyte bei Sport und Hitze

Leitungswasser ist in Deutschland meist eine hochwertige und umweltfreundliche Alternative zu Mineralwasser. Wer Sport treibt, regelmäßig sauniert, im Sommer stark schwitzt oder unter Bluthochdruck beziehungsweise Herzrhythmusstörungen leidet, sollte besonders auf eine ausreichende Flüssigkeits- und Mineralstoffversorgung achten.

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Dr. med. Jana Nagel
Fachärztin für Arbeitsmedizin
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