Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sind gefragt – besonders im Internet und auf Social Media. Doch viele Präparate sind überflüssig, einige sogar riskant. Da sie rechtlich als Lebensmittel gelten, werden sie nicht wie Arzneimittel auf Wirksamkeit geprüft. Eine Supplementierung ist aber nur bei tatsächlichem Mangel sinnvoll.
Nahrungsergänzungsmittel werden oftmals in der Hoffnung eingenommen, dem Körper etwas Gutes zu tun. Doch ohne nachgewiesenen Mangel sind viele Produkte überflüssig und manchmal sogar gesundheitsschädlich!
Schwangere, Ältere, Menschen, die sich vegan ernähren, sowie Personen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus haben jedoch ein erhöhtes Risiko für einen möglichen Nährstoffmangel und sollten daher bewusst auf ihre Nährstoffversorgung achten. Für sie kann es sinnvoll sein, entsprechende Präparate einzunehmen.
Vitamin D, Magnesium & Co.: Nur bei Mangel notwendig
Vitamin D wird zeitweise mit sehr vielen möglichen Vorteilen in Verbindung gebracht (Stimmung, Infekte, Energie, Leistung). Für manche dieser Effekte ist die Evidenz gemischt oder begrenzt, besonders wenn kein Mangel vorliegt.
Doch einfach zusätzlich Tabletten zu schlucken, bringt nichts, wenn kein tatsächlicher Mangel vorliegt, es kann sogar schädlich sein. Bei dem nicht wasserlöslichen Vitamin D kann der Körper den Überschuss nicht abbauen – mit der Folge, dass es bei einer dauerhaften Überdosierung zu Entkalkung der Knochen sowie zu schädlichen Kalziumeinlagerungen in Gefäßen und Organen kommt.
Ähnlich verhält es sich mit Magnesium: Wer sich ausgewogen ernährt, ist in der Regel gut versorgt. Eine Überdosierung kann Durchfall verursachen.
Vitamin C ist ein wichtiges antioxidatives Vitamin, das auch die Gefäße schützt. Allerdings konnten Studien einen schützenden Effekt noch nicht eindeutig belegen. Zudem ist ein Vitamin-C-Mangel in industrialisierten Ländern höchst selten und der Bedarf lässt sich einfach mit der Ernährung decken. Die Supplementierung ist hier risikoarm. Wird Vitamin C in zu großer Menge aufgenommen, kann der Überschuss über den Urin ausgeschieden werden.
Omega-3-Fettsäuren fördern die Herzgesundheit
Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Wer regelmäßig fettreichen Fisch isst, ist gut versorgt. Wer das nicht tut, kann auf hochwertige Omega-3-Präparate aus Fisch- oder Algenöl zurückgreifen.
Social Media & Selbsttests: Nicht alles glauben
Auf Social Media und im Internet werden zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel angepriesen, die angeblich den Stoffwechsel optimieren. Die Wirksamkeit vieler dieser Präparate ist wissenschaftlich nicht belegt – und manche sind sogar in einzelnen Bestandteilen überdosiert oder enthalten problematische Zusatzstoffe.
Besonders Menschen mit chronischen Erkrankungen sind für solche Informationen und Produkte besonders anfällig. Umso wichtiger ist es, Informationen kritisch zu prüfen und sich nicht von vermeintlich einfachen Lösungen täuschen zu lassen.
Auch Selbsttests zur Nährstoffbestimmung sind mit Vorsicht zu genießen, denn ein einzelner Laborwert sagt nichts aus, wenn er nicht im Gesamtbild betrachtet wird. Eine ärztliche Beratung kann hier ausreichend Aufschluss geben.
Wer sich unsicher ist, ob ein Nährstoffmangel vorliegt, sollte sich untersuchen lassen und nur einen Mangel gezielt ausgleichen. Nahrungsergänzungsmittel sind keine Ersatztherapie – sie können eine ausgewogene Ernährung und eine leitliniengerechte Behandlung nicht ersetzen.




