Thromboseprophylaxe

Thromboseprophylaxe

Unter der Bezeichnung Thromboseprophylaxe werden alle nicht-medikamentösen und medikamentösen Maßnahmen zur Vorbeugung von Thrombosen zusammengefasst. Da dadurch zugleich Embolien als Folge der Thrombose vorgebeugt werden kann, wird der Begriff Thromboembolieprophylaxe benutzt.

Was ist eine Thrombose?

Der Begriff Thrombose umschreibt einen teilweisen oder vollständigen Verschluss eines Blutgefäßes durch einen Thrombus (Blutgerinnsel). Davon betroffen können Arterie‎n oder Vene‎n sein.Bevorzugt entstehen die Thromben im Zusammenhang der der Blutgerinnung nach Verletzungen. Diese verdichten ein verletztes Blutgefäß der Verletzung ab, sodass die Blutungen zum Stillstand kommen, und der Verletzte weniger Blut verliert. Solche Gerinnsel werden jedoch, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, durch Mechanismen im wieder aufgelöst. Dies geschieht durch die sogenannte Fibrinolyse. Dies ist bei der Thrombose in einer Vene oder Arterie nicht der Fall. Hier entsteht anstelle dessen ein Klumpen aus Blut, welcher immer größer wird und das Gefäß nach und nach verstopft. Am meisten entstehen solche Thrombosen im Bein und hier in den tiefen Beinvenen, weil an dieser Stelle das Blut langsamer fließt als in den weiteren Bereichen des Organismus. Oftmals lösen sich das Gerinnsel oder einzelne Teile hiervon, welche mit dem Blutstrom zum Beispiel in Lunge oder Gehirn gelangen, wo diese wichtige Blutgefäße verstopfen. Es kann dabei zu einer Lungenembolie kommen. Auf diese Weise kommt es ebenfalls zu Schlaganfällen, welche oftmals lebensgefährlich sind.

Bildet sich der Thrombus in einer Vene, dann wird von einer venösen Thrombose gesprochen. Bei diesen venösen Thrombosen sind am häufigsten die Venen des Beckens und der Beine betroffen.

Die Blutgerinnung ist generell ein lebenswichtiger Schutzmechanismus des menschlichen Körpers. Verletzungen, Entzündungen sowie verschiedene innere Erkrankungen können die Gerinnungsfaktoren aktivieren. Bei der Blutgerinnung, welche ein Zusammenspiel unterschiedlicher Gerinnungsfaktoren ist, entsteht das Fibrin, welches die Verletzungsstellen in den Gefäßwänden vernetzt und diese verschließt. Gemeinsam mit den Thrombozyten (Blutplättchen), welche im Blut frei schwimmen und bei Verletzungen für die Verdichtung der an jener Stelle gestörten Gefäßwand sorgen. So wird der Körper vor größerem Blutverlust bewahrt.

Wenn es zu einem Blutgerinnsel kommt, dann kann sich der Organismus selbst helfen und den Thrombus teilweise oder ganz auflösen. In einem solchen Fall merkt der Patient nichts, denn hierbei treten keine Krankheitszeichen auf. Bleibt das Blutgerinnsel, welches an der Wände der Gefäße haftet, bestehen, dann kann es größer werden, wenn es die Blutplättchen klebriger macht und diese aktiviert, sodass diese sich immer mehr an das Fibrin anreichern. Es entsteht ein Netzwerk mit Fibrin als Bindemittel und den Thrombozyten als Bestandteil. Eine Thrombose droht in diesem Fall.

Das Blutgefäß verstopft schrittweise und der Fluss des Blutes verlangsamt sich immer mehr, bis er zum Stillstand kommt, wenn das Blutgefäß komplett verschlossen ist. Die Thrombose ist dann entstanden. In einem solchen Fall versucht der Organismus, das Gerinnsel aufzulösen. Oftmals sucht sich der Blutfluss im Verlauf der Zeit einen weiteren Weg, welcher den Verschluss umgeht, wenn benachbarte und kleinere Gefäße (Kollateralen oder Brückengefäße) benutzt werden, welche hinter dem Verschluss in das Blutgefäß einmünden.

Erst im Laufe mehrerer Tage oder Wochen kommt es zu einem langsameren Abbau des Gerinnsels und somit einer teilweisen Eröffnung des verstopften Blutgefäßes. Im Verlauf der Zeit kann das Gerinnsel von der Gefäßwand aus umgewandelt werden, sodass dieses schrumpft und einen gewissen Teil des Gefäßes freigibt. Die Schutzmechanismen des Körpers gegen Thrombose greifen nicht immer hinreichend. Auf diese Weise werden beispielsweise die Venenklappen durch verschiedene Umwandlungsprozesse des Blutgerinnsels zerstört. Jene Taschen verhindern den Rückfluss des Blutes in Richtung der Füße und fördern den Fluss des Blutes in Richtung des Herzens gegen die Adhäsion. Sind diese zerstört, dann ist die Vene eine Art apathisches Rohr, welches vor allem im Stehen nicht abwenden kann, dass das Blut sich in den Beinen staut.

Was ist eine Thromboseprophylaxe?

Unter der Bezeichnung Thromboseprophylaxe werden alle nicht-medikamentösen und medikamentösen Maßnahmen zur Vorbeugung von Thrombosen zusammengefasst. Da dadurch zugleich Embolien als Folge der Thrombose vorgebeugt werden kann, wird der Begriff Thromboembolieprophylaxe benutzt.

Zu den möglichen Maßnahmen einer Prophylaxe gegen Thrombose gehören die medikamentösen Möglichkeiten mit Hirudin, Heparin, Vitamin-K oder Antikoagulantien. Nicht-medikamentöse Maßnahmen sind die Frühmobilisation, eine Verkürzung der operativen Immobilisation oder Kompressionsstrümpfe.
Die Strümpfe, welche auch „Thrombose-“ oder „Kompressionsstrümpfe“ genannt werden oder die Thrombose-Spritze sind bei vielen Patienten bekannt. Schon das zeitige Aufstehen nach einer Operation gehört ebenfalls zur Thromboseprophylaxe. Dies ist die sogenannte Frühmobilisation. Diese ist für die Blutgefäße besonders förderlich.

Wann wird eine Thromboseprophylaxe empfohlen?

‍Schon bei der Lagerung kann eine Thromboseprophylaxe starten. Wenn der Patient auf dem Rücken liegt, dann muss das Blut den Femoralisberg beim Rückfluss aus den unteren Extremitäten zum Herzen hin bezwingen. Um dies zu entlasten, wird eine Hochlagerung der Beine um etwa 20 Grad empfohlen. Dabei erhöht sich die Strömungsgeschwindigkeit in den Beinen aufgrund der venösen Neigung zum Herzen sowie der venöse Querschnitt aller parallelen Venen in den erhöht gelagerten Beinen nimmt ab, weil die Venen als Gefäße kollabieren.
Wenn auch nicht in allen Untersuchungen eine signifikante Herabsetzung der Thrombosehäufigkeit nachgewiesen wurde, sollten solche einfach auszuführenden Maßnahmen zur Anwendung bringen.
Hierbei sollten die Beine ein wenig gebeugt gelagert werden, da durchgedrückte Schmerzen verursachen, wenn diese eine Weile beibehalten werden.

Die Femoralgefäße im Bereich der Leisen dürfen nicht eingeknickt sein, das heißt es darf kein rechter Winkel zwischen dem Becken und den Oberschenkeln entstehen.
Hierbei dürfen die Gefäße im Bereich der Kniekehlen ebenso nicht in der Möglichkeit des Blutflusses behindert sein, beispielsweise durch das Einlegen einer Knierolle, die zu hart ist.
Die Entwicklungen auf dem Gebiet der Thromboseprophylaxe waren in den letzten Jahren vor allem von pharmakologischen Maßnahmen gekennzeichnet. Die Faktor-Xa-Inhibitoren Rivaroxaban, Edoxaban, Apixaban und der Ininhibitor Dabigatran haben die Hürden der Zulassung passiert und garantieren einen sicheren Schutz. Außer den herkömmlichen Vitamin-K-Antagonisten gibt es damit weitere Antikoagulantien, welche den Patienten oral gegeben werden können. Dies sind die direkten oralen Antikoagulantien (kurz: DOAKs).

Die indikationsbezogene Verwendung der direkten oralen Antikoagulantien in Form von Tabletten hat die klinische Praxis vor allem durch den hierdurch Wegfall der initialen Gabe von Spritzen mit Heparin sehr stark verändert.

Warum gibt es beim Flug ein erhöhtes Thromboserisiko?

Die Gefahr, eine Beinvenenthrombose zu entwickeln, ist für Flugreisende, die ansonsten gesund sind sehr gering. Wer ein höheres Thromboserisiko aufweist, kann einer Thrombose jedoch mit den passenden Kompressionsstrümpfen sehr gut vorbeugen. Die Reisemedizin hat hierzu viele Maßnahmen im Angebot.

Zu einer tiefen Venenthrombose kann es kommen, wenn sich in den Venen des Organismus ein Thrombus bildet. Vor allem lange Flugreisen können solche Thrombosen hervorrufen, weil der Reisende die Beine während dieser Flüge nahezu nicht bewegt. Die meisten Thromben sind allerdings recht klein, bleiben meistens unbemerkt und können sich von selbst auflösen.

Insgesamt sind solche Thrombosen bei Langstreckenflügen generell sehr selten. So bekamen in verschiedenen Studien nach einem Langstreckenflug in Höhe von mehr als vier Stunden lediglich 2 von etwa 10.000 Passagieren eine solche Reisethrombose, welche zu Beschwerden führte. Herbei zeigte sich, dass, je länger ein Flug dauerte, umso höher war das Risiko. Nicht eindeutig war dagegen, ob es das Risiko der Thrombose beeinflusst, wenn der Reisende einen Platz mit weniger oder mehr Beinfreiheit innehat.

Ein eventueller Zusammenhang zwischen der Entstehung der venösen Thrombose und Flugreisen über lange Strecken wird kontrovers erörtert und hat viele Ärzte und Reisende verunsichert. Die Ergebnisse der Studien der letzten vier Jahre zeigen, dass bei Langstreckenflügen ein sehr geringes Thromboserisiko besteht. Hiervon sind hauptsächlich Passagiere mit bereits bestehenden erworbenen oder angeborenen Thromboserisikofaktoren betroffen. Jüngere Flugreisende ohne Risikofaktoren für Thrombose sind nicht betroffen. Die Erkrankung zeigt sich in erster Linie in Form von isolierten und asymptomatischen Thrombosen in den Muskeln des Unterschenkels. Die medizinische Bedeutung und therapeutischen Maßnahmen der Thrombose mit einer geringen Thrombusmasse sind nach wie vor umstritten.